Der Bär und die Nachtigall

Eine Trilogie ganz nach meinem Geschmack, so hoffe ich zumindest. Der erste Teil war jedenfalls sehr vielversprechend.

Ich habe die ganze Trilogie von meiner Freundin zu Weihnachten bekommen und endlich finde ich Zeit für diese Geschichten. Es beginnt alles sehr langsam und gemächlich, etwa so wie „Die Gefährten“ aus der Herr-der-Ringe-Reihe. Man bekommt genügend Raum, die Charaktere und die Umstände, in denen sie leben, wirklich kennenzulernen. Manche Figuren liebt man, andere hasst man, beides jeweils sehr leidenschaftlich.

„In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt…“

Klappentext

Zugegebenermassen gibt es bis etwas nach der Hälfte relativ wenig Handlung oder gar Action. Dann aber geht es Schlag auf Schlag, und das grosse Finale liefert nochmals alles, was man sich wünschen kann. Ich war ab der ersten Seite gefesselt, fasziniert von dieser Welt, und freue mich nun auf den zweiten Teil. Eine klare Empfehlung für Fans von Fantasy-Trilogien und ganz allgemein von atmosphärischen Welten und Magie. Für mich ein Vier-Sterne-Buch.

Ein Wort zur Sprache und Stimmung: Arden versteht es meisterhaft, die eisige russische Märchenwelt lebendig werden zu lassen. Der Frost, die alten Hausgeister, der Wald bei Nacht, all das entfaltet einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Wassilissa als eigenwillige, mutige Protagonistin trägt die Geschichte, und gerade die Spannung zwischen altem Volksglauben und aufkommendem Christentum verleiht dem Roman eine Tiefe, die weit über reine Unterhaltung hinausgeht.

Hörbuch: Ich habe den ersten Teil mit Hörbuch-Unterstützung gelesen. Leider hat eine Anfrage beim Verlag ergeben, dass die beiden anderen Teile auf Deutsch nicht vertont werden. Das finde ich sehr schade und auch reichlich inkonsequent von Heyne, aber das ist meine persönliche Meinung. Ich frage mich dabei nur, was eigentlich jene Menschen machen sollen, die nicht einfach die Möglichkeit haben, ein Buch selbst zu lesen.

Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️

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