Amor und Psyche

Das Buch ist ein Klassiker der griechischen Mythologie. Mich fasziniert diese Welt seit Langem, weshalb ich „Amor und Psyche“ schon lange lesen wollte. Bereits in der Schule habe ich mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und sogar ein eigenes Fach „griechische Mythologie“ gewählt.

„Als die Göttin Venus von der überirdischen Schönheit der Königstochter Psyche erfährt, schickt sie ihren Sohn Amor auf die Erde. Er soll die unliebsame Konkurrentin mit einem schrecklichen Dämon verheiraten. Doch auch Amor erliegt Psyches Schönheit und statt die Wünsche seiner Mutter zu erfüllen, lässt er die Geliebte heimlich in ein abgelegenes Schloss bringen. Dort besucht er sie Nacht für Nacht bis Venus den Betrug ihres Sohnes entdeckt und die Liebe der beiden auf eine harte Probe stellt.“

Klappentext

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr gelungen. Psyche soll von einer Göttin bestraft werden, die so unsicher ist, dass sie alles sofort als Bedrohung wahrnimmt. Venus, beziehungsweise Aphrodite, handelt aus verletztem Stolz. Zum Glück geht ihr Plan dank Amor, auch Eros genannt, nicht auf. Auch die beiden Schwestern von Psyche, die weder reflektiert noch dankbar für ihr eigenes Leben sind, sind trotz meiner starken Abneigung gut geschrieben und passen hervorragend in die Geschichte.

Der Mittelteil mit den Prüfungen für Psyche empfand ich allerdings als etwas langgezogen. Das kann aber auch daran liegen, dass ich die Geschichte im Grundsatz bereits aus der Schulzeit kannte. Das Ende, in dem Psyche von Jupiter, also Zeus, zur Unsterblichen gemacht und mit Amor vermählt wird, ist das ultimative Happy End.

In der Schule haben wir gelernt, dass die gesamte Geschichte die Reise der menschlichen, oder speziell der weiblichen, Seele zur spirituellen Liebe symbolisiert. Man kann diese Entwicklung auch als eine Art Reise zur inneren Erleuchtung verstehen, bei der Psyche durch Leid, Erkenntnis und Läuterung über sich selbst hinauswächst. Betrachtet man die Handlung genauer, wirkt sie zwar romantisch, doch eigentlich wird Psyche zu Beginn unter falschem Vorwand entführt. Umso schöner ist es, dass sich daraus etwas Positives entwickelt. In den Prüfungen kann sie sich selbst beweisen, und genau dort zeigt sich auch, dass sie Amor wirklich will. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese beschwerliche Reise zur Unsterblichkeit auch den Abschluss ihrer inneren Erleuchtung markiert.

Eine gute Geschichte voller Symbole und Metaphern, die zum Nachdenken anregt. Für mich vier Sterne.

Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️

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