Finderlohn

Der zweite Teil der Bill-Hodges-Trilogie ist für mich ein weiteres echtes Lesehighlight. Ich fand die Geschichte mindestens genauso gut wie den ersten Band, wenn nicht sogar noch eine Spur besser.

„John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ist rasend vor Wut über den »Verrat« des Autors. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Jahre später stößt jemand auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem Ahnungslosen auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges den Wahnsinnigen stoppen?“

Klappentext

Stephen King beweist auch hier wieder sein Händchen für glaubwürdige, tief gezeichnete Charaktere. Man fiebert mit, leidet mit, ärgert sich, je nachdem, mit wem man gerade unterwegs ist. Besonders beeindruckt hat mich dieses Mal die Entwicklung von Morris Bellamy. Wie er langsam aber sicher immer tiefer in seine Obsession abrutscht und dabei immer skrupelloser, boshafter und letztlich unmenschlicher wird, war grandios beschrieben. Manchmal wollte ich ihm glatt zurufen: „Lass es einfach bleiben, du Wahnsinniger!“ Aber natürlich kann er nicht aufhören… und das macht die Geschichte so spannend.

Das Finale ist ein wahres Highlight. Spannend, überraschend und richtig clever erzählt – genau so, wie man es sich wünscht. King versteht es einfach, seine Leserinnen und Leser bei der Stange zu halten und dann mit einem richtig starken Abschluss zu belohnen.

Auch wenn „Finderlohn“ Teil einer Trilogie ist, kann man das Buch theoretisch auch separat lesen. Fast alle wichtigen Infos aus Band 1 werden noch einmal verständlich aufgegriffen. Trotzdem empfehle ich, mit „Mr. Mercedes“ anzufangen, um die volle Entwicklung der Figuren und die kleinen Details wirklich zu genießen. Es lohnt sich!

Für mich eine ganz klare Empfehlung: packend, spannend, düster und absolut King-würdig.

Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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