Pompeji

Ich hatte dieses Buch viele Jahre ungelesen im Regal stehen und immer wieder gedacht, dass ich es bald zur Hand nehmen würde. Erst nach rund zehn Jahren war es schließlich so weit, und die lange Wartezeit hat sich gelohnt. Robert Harris hat mich mit “Pompeji” keineswegs enttäuscht.

“Pompeji, 79 n. Chr., reichste Stadt der römischen Weltmacht, Oase der Schönen und Mächtigen: Der junge Wasserbaumeister Attilius kommt einer skrupellosen Verschwörung auf die Spur, doch seine Nachforschungen werden überschattet von den unheimlichen Vorzeichen einer drohenden Apokalypse.”

Klappentext

Attilius, der Protagonist, ist eine ausgesprochen sympathische Figur. Er wirkt weder arrogant noch selbstgefällig, sondern überzeugt durch Intelligenz, Zielstrebigkeit und die Fähigkeit, sich auch in schwierigen Situationen zu behaupten. Gleichzeitig ist er sich seines Glücks und seiner Grenzen bewusst, was ihn umso glaubwürdiger macht.

Die Spannung ist von Anfang an spürbar. Obwohl man als Leser die historischen Ereignisse rund um den Ausbruch des Vesuvs kennt, gelingt es Harris, eine packende Handlung zu entfalten, die bis zum Schluss fesselt. Besonders beeindruckend ist, wie geschickt er historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte verwebt. Die Schilderungen der technischen Funktionsweise des Aquädukts sind ebenso faszinierend wie die Beschreibungen der Naturgewalten, die sich unter der Region zusammenbrauen.

Auch die Nebenfiguren sind lebendig gezeichnet. Plinius und Corelia sind mehr als bloße Randfiguren; sie entwickeln eigene Konturen und wecken Sympathien, sodass einem ihr Schicksal nicht gleichgültig bleibt. Die Dialoge wirken authentisch und tragen viel zur Atmosphäre des Romans bei.

“Pompeji” war mein erster Roman von Robert Harris, obwohl schon seit Langem weitere seiner Werke in meinem Regal warten. Nach diesem fulminanten Einstieg steht für mich fest, dass es nicht mein letzter von ihm bleiben wird. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen – besonders für Leser, die sich für antike Geschichte interessieren und sowohl an den dramatischen Ereignissen eines Vulkanausbruchs als auch an den technischen Errungenschaften der Römer Gefallen finden.

Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Leave a comment