David Granns Buch hat mich sofort fasziniert, als ich davon hörte, da mir die Geschichte der Osage-Morde zuvor völlig unbekannt war. Was ich hier las, war ebenso erschütternd wie aufwühlend. Die geschilderten Verbrechen und die skrupellosen Motive der Täter haben mich stellenweise regelrecht abgestoßen. Es ist kaum zu glauben, dass diese Gräueltaten teilweise offen und für alle sichtbar begangen wurden – eine erschreckende Demonstration menschlicher Gier und moralischen Verfalls. 😳
„In den 1920ern hatten nicht die Bewohner von New York oder Paris das höchste Pro-Kopf-Einkommen: die reichsten Menschen der Welt waren die Osage-Indianer im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma. Das karge Land, das ihnen als Reservat zugewiesen worden war, barg gigantische Ölvorkommen. Doch der Reichtum brachte den Osage kein Glück: Eine mysteriöse Serie von Morden nahm ihren Anfang, der Dutzende Stammesmitglieder zum Opfer fallen sollten. Die Osage-Morde wurden zum ersten großen Fall für das noch junge FBI. Doch Korruption und Geldgier hatten auch hier bereits Einzug gehalten. Können die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden?“
Klappentext
Der Einstieg ins Buch fiel mir zunächst etwas schwer. Auf den ersten etwa 80 Seiten war es fast zu viel auf einmal: unzählige Namen, Orte, Verbindungen und Abhängigkeiten, die sich kaum überblicken ließen. Doch es zeigte sich, dass man nicht alles von Anfang an verstehen muss – die zentralen Zusammenhänge werden später oft genug wiederholt, sodass sie sich nach und nach einprägen. Nach diesen etwas zähen ersten Kapiteln nahm der Plot spürbar Fahrt auf und entwickelte sich zu einem regelrechten Thriller.
David Grann hat hier ein meisterhaft recherchiertes Werk vorgelegt. Die Fülle an Details und Informationen, unterstützt durch eindrucksvolle Fotos, ist beeindruckend. Besonders beeindruckt hat mich, dass der Autor in seiner Recherche neue Erkenntnisse zutage förderte, die zuvor unbekannt waren – Erkenntnisse, die betroffenen Familien zumindest ein Stück weit Frieden bringen konnten. Auch das Ende hat mich überzeugt: Grann schildert, was er in der Gegenwart unternommen hat, und gibt Einblicke in das heutige Leben und Wirken der Nachfahren der betroffenen Osage.
Insgesamt ist „Das Verbrechen“ ein hochspannendes und gleichermaßen aufwühlendes Buch, das ich jedem ans Herz legen kann, der sich für Geschichte, wahre Verbrechen und außergewöhnliche menschliche Schicksale interessiert. Absolut lesenswert! 😁👍🏻
Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️


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