Neuschnee

Dieses Buch ist ein beeindruckender Thriller, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Es wurde mir von meiner Freundin empfohlen, und wir haben es gemeinsam gelesen – eine grossartige Erfahrung, die uns viele spannende Diskussionen beschert hat.

„Winter in den schottischen Highlands: Neun Freunde verbringen den Jahreswechsel in einer abgelegenen Berghütte. Sie feiern ausgelassen, erkunden die einsame Landschaft und gehen auf die Jagd – doch was als ein unbeschwerter Ausflug beginnt, wird bitterer Ernst, als heftiger Schneefall das Anwesen von der Außenwelt abschneidet. Nicht nur das Gerücht von einem umherstreifenden Serienmörder lässt die Stimmung immer beklemmender werden, auch innerhalb der Gruppe suchen sich lang begrabene Geheimnisse ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird einer der Freunde tot draußen im Schnee gefunden. Und die Situation in der Hütte eskaliert.“

Klappentext

Die Geschichte beginnt ruhig, doch schon früh spürt man, dass unter der Oberfläche etwas brodelt. Die Figuren wirken auf den ersten Blick harmlos, doch bald wird klar, dass jeder etwas zu verbergen hat. Die Autorin hat mit ihrem Schreibstil, der durch verschiedene Perspektiven und Zeitsprünge erzählt wird, eine aussergewöhnliche Dynamik geschaffen. Anfangs fand ich das etwas verwirrend, doch ich kam schnell in die Geschichte hinein, und gerade diese Technik hat die Spannung für mich noch verstärkt.

Besonders gut hat mir gefallen, wie nah man den Charakteren und ihren Gedanken kommt. Das Buch ist eindeutig „character-driven“ und weniger „plot-driven“, was es für mich umso faszinierender macht. Man bekommt intensive Einblicke hinter die Fassaden der Figuren, was sie vielschichtig und menschlich wirken lässt. Obwohl sie oft unsympathisch oder moralisch fragwürdig sind, konnte ich dennoch mit ihnen mitfühlen und habe mich regelrecht in ihre Konflikte hineinversetzt gefühlt.

Die Atmosphäre, die Lucy Foley meisterhaft schafft, verdient ebenfalls ein großes Lob: Die Einsamkeit und Beklommenheit der schneebedeckten Highlands ist beinahe greifbar, und man fühlt sich während des Lesens direkt in die Lodge versetzt. Die Autorin baut die Spannung Stück für Stück auf, bis das Ende schliesslich wie ein Feuerwerk explodiert – absolut packend und überraschend!

Für mich ist „Neuschnee“ ein herausragender Thriller, der sowohl durch die komplexe Erzählweise als auch durch die dichte Atmosphäre überzeugt. Ein absolutes Highlight, das ich jedem Fan von spannenden, psychologisch tiefgründigen Geschichten ans Herz legen kann.

Rating: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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